Soziale Arbeit Studium & Co: Kosten und Finanzierung

Wie hoch sind die Kosten eines sozialen Studiengangs, wie zum Beispiel Soziale Arbeit? Und wie kann ich das soziale Studium finanzieren? Wir beantworten dir alle Fragen und geben dir einen Überblick, welche Kosten auf dich zukommen.

Kosten im Überblick

Soziale Studiengänge, wie Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik, deine Wohnung und das tägliche Leben kosten Geld. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Was für Ausgaben kommen auf dich zu, wie kannst du sie finanzieren und welche Fördermöglichkeiten gibt es? Über diese Fragen solltest du dir vor dem Studium auf jeden Fall Gedanken machen. Wir können dich dabei ein Stück weit an die Hand nehmen.

Zunächst einmal eine gute Nachricht: Studiengebühren wurden in Deutschland an staatlichen Hochschulen abgeschafft. Das bedeutet für dich weniger Kosten, auch wenn Semesterbeiträge zwischen 100 und 300 Euro auf dich zukommen. Private Hochschulen hingegen verlangen Studiengebühren, denn sie müssen sich aus diesen Einnahmen finanzieren. Da können bis zu 300 Euro im Monat anfallen.

Um alle Ausgaben zu bezahlen, brauchst du je nach Stadt, Miete und deinen persönlichen Lebenshaltungskosten zwischen 600 und 1.000 Euro im Monat. Laut einer Erhebung von Studentenwerk.de lagen 2016 die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten eines Studenten bei 819 Euro. Nicht immer reicht die Unterstützung der Familie, aber es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten deine Lebenshaltungskosten zu decken, wie beispielsweise BAföG, Stipendien oder ein Studentenjob.

Alle Infos zu Kosten & Finanzierung

Studiengebühren

Für ein soziales Studium fallen Kosten an. Doch was davon sind eigentlich Studiengebühren und wie hoch können sie ausfallen? Zwischen staatlichen und privaten Hochschulen gibt es einen großen Unterschied. Hier einmal ein Beispiel zum Vergleich: Für ein Soziale Arbeit Studium an der TH Köln bezahlst du einen Semesterbeitrag (keine Studiengebühren) von rund 275 Euro. An der FOM kostet es bis zu 300 Euro Studiengebühren im Monat.

Staatliche Hochschulen

Staatliche Hochschulen in Deutschland erheben keine Studiengebühren. Dennoch ist ein Studium nicht umsonst. Kosten, wie zum Beispiel für das Studentenwerk und die Studentenschaft oder das Semesterticket, werden als Semesterbeitrag bezeichnet und müssen pro Semester gezahlt werden. Die Höhe der Semesterbeiträge kommt dabei auf die Hochschule an und liegt zwischen 100 und 300 Euro. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn die Regelstudienzeit überschritten wird oder wenn bereits ein erstes Studium absolviert wurde, können einige Bundesländer, wie Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt, Studiengebühren verlangen. Teilweise müssen auch Senioren-Studenten Studiengebühren zahlen.

Private Hochschulen

Private Hochschulen können frei entscheiden, ob und in welcher Höhe sie Studiengebühren verlangen. Da sie sich selbst finanzieren müssen, sind die Kosten für ein Studium an einer privaten Hochschule höher als an einer staatlichen Hochschule. Ausgaben für Personal, Miete, Service und Unterrichtsmaterialien gehören zu den anfallenden Kosten. Die Höhe der Studiengebühren liegen im Durchschnitt bei 300 Euro im Monat.

Wie viel kostet das Studentenleben?

Im Studentenleben fallen nicht nur Kosten für das Studium an. Du musst auch Lebensmittel, Miete und weitere Ausgaben in deine Überlegungen miteinbeziehen. Dabei kommen schnell zwischen 600 und 1.000 Euro an Lebenshaltungskosten im Monat auf dich zu. In dieser Tabelle haben wir dir beispielhaft einmal aufgelistet, welche Ausgaben du einkalkulieren solltest:

AusgabenEuro
Lebensmittel170
Miete / wohnen350
Kleidung40
Handy / Internet30
Krankenkasse80
Freizeit / Hobby60
Auto / Verkehrsmittel100
Studienmaterialien20
Summe850

Wie hoch deine Lebenshaltungskosten am Ende sein werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Osten Deutschlands ist es meist günstiger als im Westen und in Großstädten sind die Mieten hoch angesetzt. Dafür hast du in ländlichen Gebieten längere Fahrtwege in die Stadt und damit gegebenenfalls auch höhere Kosten für Benzin. Ausgaben für Kleidung, Freizeit und Hobby oder Lebensmittel, kannst du aber selbst beeinflussen. So kannst du zum Beispiel deinen Lebensmittelbedarf über eine Woche vorplanen und eine Einkaufsliste schreiben. Dann wirst du im Laden weniger verführt Dinge einzukaufen, die du vielleicht gar nicht brauchst, und sparst bares Geld.

Soziales Studium: Finanzierung

Das Studentenleben kostet mehr als du gedacht hast? Keine Sorge, es gibt viele Möglichkeiten dein Soziale Arbeit Studium oder ähnliche Studiengänge zu finanzieren. Die wichtigsten haben wir für dich zusammengestellt:

Finanzierung durch die Familie

Dass die Familie dich unterstützt, ist natürlich naheliegend. Wenn du während des Studiums noch zu Hause lebst, hast du keine Mietkosten und sicherlich auch geringere Lebensmittelkosten. Doch auch wenn du von zu Hause ausgezogen bist, kann dich deine Familie unterstützen. Ein Beispiel, wie das sein kann, ist das Kindergeld. Deine Eltern haben bis zu deinem 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld, solange du noch keine eigenen Einkünfte durch Berufstätigkeit hast. Dieses Geld können sie dir überlassen, damit du dein Soziale Arbeit Studium finanzieren kannst. Die Höhe des Kindergeldes ist gestaffelt: Für die ersten beiden Kinder gibt es derzeit 204 Euro pro Monat. Das dritte Kind erhält 210 Euro und ab dem vierten Kind erhalten die Eltern 235 Euro im Monat.

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist eine finanzielle Unterstützung des Staates. Es soll die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt gewährleisen. Das BAföG richtet sich an alle, die sich kein Studium leisten können und fördert sie mit einem finanziellen Betrag im Monat. Die Höhe der Auszahlung ist davon abhängig, wie deine persönlichen und finanziellen Lebensumstände sind. Auch die Finanzen deiner Familie hängen mit der Berechnung zusammen. Der Höchstsatz für BAföG liegt bei 735 im Monat, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst.

BAföG klingt nach einem Kredit? Du musst das erhaltene Geld zurückzahlen, das stimmt. Aber die Konditionen sind um einiges günstiger als die eines normalen Kredits. Du musst nur die Hälfte des erhaltenen BAföG zurückzahlen und das auch nur bis zu einem maximalen Betrag von 10.000 Euro. Zinsen fallen keine an. Außerdem hast du viel mehr Zeit das BAföG zu begleichen. Ein Kredit muss in der Regel innerhalb von einigen Monaten durch Ratenzahlung abbezahlt werden. Die Abzahlung des BAföG beginnt erst fünf Jahre nach der letzten Auszahlung und muss dann in einem Zeitraum von 20 Jahren vollständig beglichen werden. Das gibt dir die Möglichkeit, erst in den Beruf einzusteigen und Geld zu verdienen, bevor du die Raten tilgen musst.

Tipp: Es gibt auch elternunabhängiges BAföG. Das unterstützt Studierende, die bei Studienbeginn mindestens 30 Jahre alt sind oder vor dem Studium bereits einige Jahre Berufserfahrung gesammelt haben. Auch für Studierende mit Kind gibt es ein besonderes BAföG. Mehr Infos zum findest du auf der offiziellen Seite für BAföG.

Studentenjob oder Berufstätigkeit neben dem Studium

Das Arbeiten neben dem Studium ist weit verbreitet und viele Unternehmen bieten Jobs extra für Studenten an. Das sind meist Mini- oder Aushilfsjobs auf 450-Euro-Basis, mit denen du dir dein Studium finanzieren kannst. Typische Studentenjobs sind in der Gastronomie und der Dienstleistung zu finden. Am besten ist es jedoch, wenn du einen Job auswählst, der zu deinem Studium passt. So kannst du für dein Soziale Arbeit Studium einen Studentenjob in einer Jugendeinrichtung oder einer Schule suchen. Das bessert nicht nur dein Konto auf, sondern bringt dir wertvolle, praktische Erfahrung für deine Karriere.

Wenn du ein Duales Studium gewählt hast, musst du dir über einen Studentenjob normalerweise keine Gedanken machen. Durch die integrierte Ausbildung bekommst du ein Ausbildungsgehalt und kannst die laufenden Kosten bezahlen. Falls du bereits berufstätig bist und ein berufsbegleitendes Fernstudium oder Präsenzstudium absolvierst, steht dir dein normales Gehalt zur Verfügung.

Stipendien

Ein Stipendium ist die Förderung durch eine Stiftung, die in der Regel einen einmaligen oder monatlichen Geldbetrag zu Verfügung stellt. Die Voraussetzungen für ein Stipendium werden von der jeweiligen Organisation oder Hochschule festgelegt. Oft werden sozial oder finanziell benachteiligte Gruppen oder besonders talentierte Studenten gefördert. Es gibt zum Beispiel Stipendien für alleinerziehende Eltern, sozial engagierte Menschen oder Studierende mit Migrationshintergrund.

In Deutschland bieten Bund, Hochschulen und Organisationen eine Vielzahl von Stipendien an. Am bekanntesten sind beispielsweise die Stipendien der Begabtenförderungswerke und das Deutschlandstipendium. Die Begabtenförderungswerke werden vom Bildungsministerium finanziert und sind sehr lukrativ. Unterstützung von bis zu 300 Euro im Monat sind möglich. Beispiele sind die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Das Deutschlandstipendium wird von den Hochschulen vergeben. Ausschlaggebend für die Vergabe ist das Erfüllen der Voraussetzungen des Stipendiums. Das kann beispielsweise eine Altersbeschränkung sein oder soziales Engagement. Wenn deine Bewerbung Erfolg hat, erhältst du für ein Jahr 300 Euro im Monat. Dieser Zeitraum kann danach verlängert werden.

Aber Achtung: Nicht alle Hochschulen bieten das Deutschlandstipendium an. Informiere dich daher am besten vorher, ob deine Hochschule dieses Stipendium vergibt.

Neben großen Stipendiengebern gibt es auch zahlreiche kleine Anbieter. Kleine Stiftungen oder Organisationen bieten zwar nur wenige Stipendienplätze an, jedoch sind sie nicht so bekannt. Das bedeutet gute Chancen für dich, denn du musst dich mit weniger Bewerbern vergleichen lassen.

Tipp: Wenn du Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder ein anderes soziales Studium in Berlin absolvierst und zwischen 14 und 27 Jahre alt bist, bietet sich zum Beispiel das Stipendium der Caritas Gemeinschaftsstiftung im Erzbistum Berlin an.

Studienkredite und Studiendarlehen

Ein Studienkredit ist oft das letzte Mittel, wenn BAföG oder Studentenjob nicht möglich sind oder nicht ausreichen, um das Studium zu finanzieren. Das ist verständlich, da die Konditionen von Studienkrediten oft kompliziert sind und du nach dem Studium erstmal Schulden hast. Dennoch hat ein Studienkredit Vorteile. Hier findest du eine kleine Übersicht über Vorteile und Nachteile eines Studienkredits:

Vorteile:

  • Unabhängig vom Einkommen der Eltern
  • Keine Kreditsicherheit nötig
  • Für jedes Studienfach möglich

Nachteile:

  • Altersbeschränkungen
  • Rückzahlung in voller Höhe
  • Vorgabe der Höchststudiendauer
  • Dauer der Rückzahlung eingegrenzt

Studium von der Steuer absetzen

Kosten für ein soziales Studium, wie zum Beispiel Soziale Arbeit, von der Steuer abzusetzen, ist möglich. Studiengebühren können unter Umständen als Werbungs- oder Sonderkosten verbucht werden. Auch die Fahrtkosten von deiner Wohnung bis zur Hochschule kannst du in deiner Steuererklärung eintragen.

Informiere dich am besten bei einem Steuerberater oder staatlichen Stellen, wie du welche Kosten in deiner Steuererklärung berücksichtigen kannst.

Besonders interessant für Fernstudenten: Du kannst sogar dein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen, solange es der Mittelpunkt deines Studiums oder deiner Tätigkeit ist.

War dieser Text hilfreich für dich?

5,00 /5 (Abstimmungen: 1)

Was ist Soziales-studieren.de?

Sozials-Studieren.de ist dein Infoportal zum Sozialen Studium. Hier findest du alle Hochschulen, die ein soziales Studium anbieten, sowie ausführliche Infos zu sozialen Studiengängen wie Soziale Arbeit, Pädagogik und Sozialpsychologie.

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de